Glas leer? Dann her!

Gegen Glasbruch: 7-Punkte Plan, Schilderwald und Willis Zauberkiste

Glas leer dann her Sammelstelle | Gevelsberger KirmesDiesem Spruch aus dem Kreativteam des Kirmesvereinsvorstands wird sich niemand entziehen können, wenn es auf der Kirmes wieder hoch hergeht. Die einladende Aufforderung, das Bierglas ordentlich abzustellen, wird über die gesamte Kirmes verteilt an den Getränkeständen unübersehbar platziert sein. Und nicht nur das Schild. Der Vorsitzende des Kirmesvereins Michael („Willi“) Sichelschmidt hat auch noch eine „Zauberkiste“ konstruiert. Sie kann zwei Stiegen gebrauchter Biergläser fassen, also hundertmal Glasbruch vermeiden. Drei Handgriffe – ähnlich wie beim Umzugskarton – und die Kiste ist raumsparend zusammengeklappt, um auf ihren nächsten Einsatz zu warten. Diese einfach-geniale Konstruktion entstand ganz ohne computergesteuerte Unterstützung und ein Maßband für die Größe der Glasablagefläche benötigte der Vorsitzende auch nicht. Wesentliche Kirmesmaße hat er einfach im Blick.

Überflüssig, zu sagen, dass diese Aktion ein weiteres einzigartiges Markenzeichen der Gevelsberger Kirmes ist. Humor, praktischer Sinn und das Miteinander unterschiedlichster Interessenvertreter überzeugen schon jetzt. Mehr als vierzig Vertreter der Kirmes, der Stadtverwaltung, der Profi-Getränkestandbetreiber sowie aus Polizei und Feuerwehr diskutierten Montag Nachmittag im Ratssaal über die Trinkkultur auf der Gevelsberger Kirmes und durften sozusagen die Uraufführung von „Willis Kiste“ miterleben. „Das Wollen, die Gläser auf der Kirmes zu erhalten, ist vorhanden“, fasste Claus Jacobi zufrieden zusammen. Jetzt brauchen die Kirmesaktiven und die Kirmesbesucher nur noch alles daran zu setzen, dass das Konzept zur Vermeidung von Glasbruch aufgeht.

Das „Glas leer? Dann her!“ Sicherheitskonzept

Zur Reduzierung des Glasbruchs schlagen der Kirmesverein und der Arbeitskreis Sicherheit folgende Maßnahmen vor:

  1. Nutzung der alten und neuen Medien zur Sensibilisierung der Besucher
    Der Gevelsberger Kirmesverein wird sehr früh in den Printmedien, auf Facebook und auf dem eigenen Internetauftritten auf das Problem hinweisen und den Besuchern die Nachteile der auch von uns nicht gewünschten Alternativen (Glasverbot, Pfand) hinweisen und dieses zum Thema machen. Weitere Bierstandbetreiber könnten die Aktionen auf ihren eigenen Internetauftritten unterstützen.
  2. Hinweisschilder gegen Glasbruch an den Getränkeständen
    An den Getränkeständen werden Plakate mit eingängigen Slogans zum Thema gut sichtbar angebracht. Positive oder neutrale Slogans sind erwünscht, z. B. „Glassammelstelle“.
  3. Aufstellung von Glassammelrahmen im Außenbereich/Umfeld der Getränkestände
    Die Standbetreiber werden verpflichtet, für Glassammelstellen und Abstellmöglichkeiten im Umfeld ihrer Stände zu sorgen. Diese müssen zu Stoßzeiten vom Standpersonal oder zusätzlichen Kräften geleert oder umgetauscht werden, sodass die leeren Gläser dem Stand wieder zugeführt werden.
  4. Den Betreibern ist die Verwendung von Plastikbechern freigestellt
    Natürlich ist es den Betreibern der Getränkestände freigestellt, auf Plastikbechern zur Vermeidung von Glasbruch zurückzugreifen. Sollte diese Variante nicht gewählt werden, sind die oben genannten Punkte verpflichtend.
  5. Den Betreibern ist die Einführung von Pfand freigestellt
    Natürlich ist es den Betreibern der Getränkestände freigestellt, für ihre Gläser oder Plastikbecher zur Vermeidung von Glasbruch ein Pfand einzuführen. Solange nicht alle Betreiber ein Pfand einführen, muss auf die Einmaligkeit der Gläser oder Plastikbecher geachtet werden, um ein finanzielles Fiasko zu vermeiden.
  6. Ansprechpartner für Sammelstelle
    Jeder Standbetreiber – der im Ausschank „Glas“ verwendet – muss eine Person benennen, die für das einsammeln des Leerguts an den Glassammelstellen verantwortlich ist.
  7. Hinweisschilder an Zugängen
    An den markanten Zugängen (Kirmestor, Timpen, Stupprock), sowie an weiteren ausgesuchten Stellen, werden insgesamt 10 Hinweisschilder aufgestellt, die den Besucher beim betreten des Festgeländes über die Kampagne „Glas leer? Dann her!“ informieren.

 

Glas leer dann her